Die Wahnbachtalsperre – unser Trinkwasser-Reservoir

Die Wahnbachtalsperre dient ausschließlich der Trinkwasserversorgung. Da sie somit Wasserschutzgebiet ist, kommen Besuchende nur an wenigen Stellen wirklich nah an sie heran. Aber auch unter diesen Bedingungen ermöglicht ein gut ausgebautes Wanderwegenetz oberhalb der Talsperre einzigartige Ausblicke auf das Gewässer und die umgebenden Wälder.

Der Stausee wird vorwiegend durch den Wahnbach gespeist. Er ist daneben aber Einzugsgebiet für eine Vielzahl weiterer Bäche. Das Hauptwassergewinnungsgebiet der Wahnbachtalsperre liegt zwischen Wiehl-Drabenderhöhe im Nordosten, Hennef/Much im Südosten sowie Siegburg/Seelscheid im Nordwesten. Zur weiteren Wassergewinnung dienen ein Grundwasserwerk im Bereich des Hennefer Siegbogens sowie das Grundwasserwerk Untere Sieg in Meindorf.

Der Wahnbachtalsperrenverband betreibt ein Verteilungssystem zur Lieferung von Trinkwasser an seine Mitglieder:

die Stadt Bonn

den Rhein-Sieg-Kreis

mit der Kreisstadt Siegburg und den übrigen 18 Städten und Gemeinden im linksrheinischen Kreisgebiet, von denen der Wahnbachtalsperrenverband 13 beliefert.

Das Verteilungsnetz beginnt auf dem Betriebsgelände Siegburg-Siegelsknippen mit den beiden Trinkwasseraufbereitungsanlagen für das Oberflächenwasser aus der Wahnbachtalsperre und Grundwasser aus den zwei Förderbrunnen im Hennefer Siegbogen.

In der Trinkwasseraufbereitungsanlage Sankt Augustin-Meindorf für das Grundwasser aus den drei Förderbrunnen im Gewinnungsgebiet Untere Sieg erfolgt eine weitere Einspeisung.

Der Bau der Talsperre wurde 1954 begonnen.

Talsperre und Trinkwasserversorgung wurden am 28. April 1958 in Betrieb genommen.

Der am 12. Juni 1953 gegründete Wahnbachtalsperrenverband (WTV) versorgt mehr als 780.000 Einwohner in der Stadt Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und im Landkreis Ahrweiler mit Trinkwasser.

Das Absperrbauwerk der Talsperre ist ein 52,5 m hoher Staudamm.

Um erforderliche Menge an Trinkwasser zu erzeugen, wird auch Grundwasser aus dem unteren Siegbereich genutzt.

Der Bau der Aufbereitungsanlage auf den Siegelsknippen war ein wichtiger Meilenstein in der Arbeit des WTV. Die Anlage produziert mit nur geringem Zusatz von chemischen Mitteln Trinkwasser höchster Qualität. Zum jährlich veranstalteten Tag der offenen Tür kommen regelmäßig Vertreter ausländischer Wasserversorgungsunternehmen, um eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen der Welt zu begutachten.

Der Stauinhalt beträgt 41,3 Millionen m³ oder 41,3 Milliarden Liter (davon Speicherraum bei Hochwasser: 2 Millionen m³). Der Stauinhalt entspricht dem durchschnittlichen Abfluss des Rheins bei Bonn in etwa 5 ½ Stunden.

Die Talsperre als Hauptressource deckte 2006 55 % der Gesamtmenge des vom Wahnbachtalsperrenverband gelieferten Trinkwassers.

Das Wahnbachtal mit seinen Hängen und Nebentälern hat innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises als Landschaftsraum unter vielen Aspekten eine besondere Bedeutung. Es umfasst landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, ist Siedlungs- und Verkehrsraum.

Gleichzeitig gibt es Bereiche, deren Natur, Pflanzen- und Tierwelt sich einen weitgehend natürlichen Charakter bewahrt haben. Andere Teile konnten mit unterstützenden Maßnahmen zum Landschafts- und Naturschutzgebiet aufgewertet werden.

Die Landschaftsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises initiierte schon früh eine umfassende Bestandsaufnahme der Pflanzen- und Tierwelt im Wahnbachtal. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bestätigten den besonders schützenswerten Charakter des Wahnbachtals.

Daher wurde vom Wasserverband des Rhein-Sieg-Kreises ein Konzept zur naturnahen Entwicklung des Wahnbaches erstellt. Am Wahnbach und seinen Nebengewässern sollten Optimierungen erfolgen:

Anpassung des Bachbetts mit natürlicher Erosion der Ufer wie bei den schon vorhandenen naturnahen Gewässerstrecken,

Gestaltung des Uferrandstreifens auf beiden Seiten des Baches mit Röhrrichten, Hochstauden und Ufergehölzen, um die Einschwämmung von unerwünschten Stoffen in das Gewässer zu mindern,

Anlegen von Weidetränken nur außerhalb von Gewässern, Absperrung mit Weidezäunen entlang der Bachufer, um das weidende Vieh von Gewässern zurückzuhalten,

Entfernung von Staubauwerken und anderen Einbauten in den Gewässern, um die Durchgängigkeit für Fische und andere Lebewesen im Bach zu erreichen,

Extensivierung der Bewirtschaftung der Flächen in der Bachaue und Schaffung von natürlichen Überschwemmungsflächen für Hochwasser.

Die Flächen im Wahnbachtal, die im Beitz des Wahnbachtalsperrenverbandes sind, sollen für Maßnahmen des Wasser-, Gewässer-, Natur- und Landschaftsschutzes genutzt werden. Der Wahnbachtalsperrenverband entwickelt und bewirtschaftet sie in enger Zusammenarbeit mit den Behörden und den Anliegern vor Ort.

Weitere Informationen auch im Online-Portal des Wahnbachtalsperrenverbands unter:

www.wahnbach.de

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